Donnerstag, 20. August 2015

ich kann's

Am vergangenen Samstag hat Mia's bester Freund Geburtstag gefeiert. In seinem neuen Zuhause, etwa eine halbe Autostunde von hier entfernt.
Das Wetter war gut, das Geschenk besorgt und gebastelt und Mia's Vorfreude groß. 
Und weil das Wetter so gut war wollte der beste Ehemann und Papa von allen mit dem Motorrad fahren. Ich sollte mit beiden Kindern im Auto voraus fahren, er mit seiner Maschin' hinterher. So könnte er helfen, falls sich die Fahrt zur Katastrophe entwickeln würde.

Hat sie aber nicht!
Mia hat am Rücksitz gemalt, geplappert und gesungen, Konstantin neben mir am Beifahrersitz geschlafen. 
Bei der Rückfahrt hat Mia dann ferngesehen. Sie wollte noch nicht schlafen, obwohl sie hundemüde war - kein Wunder, sie ist ja den ganzen Nachmittag mit M. durch den Garten geflitzt.

Und weil das so gut funktioniert hat, haben wir am nächsten Tag gleich noch einen Besuch absolviert. 
In der gleichen Konstellation: Mia hinten (diesmal mit iPad), Konstantin vorne, schlafend.
Auch die Heimfahrt hat wieder gut funktioniert, obwohl wir nach nur zweihundert Metern stehen bleiben mussten, um noch ein Flaschi zu trinken.

Ich bin total stolz auf mich, dass ich mich getraut habe. Das war nämlich das, wovor ich mich am meisten gefürchtet habe: ein (vor Hunger/ Müdigkeit/ Langeweile) weinendes/ trotzendes/ zickendes Kind und ein (vor Hunger/ Müdigkeit/ Langeweile) schreiendes Baby.
Dass ich das trotzdem gemacht habe - und dass es noch dazu so gut gelaufen ist - hat meinem Selbstbewusstsein gut getan!

Andrea

Donnerstag, 13. August 2015

ich-Zeit

Mama on the Rocks hat eine Blogparade gestartet zum Thema #MeTime - Zeit für mich. Etwas, über das ich mir grade selbst Gedanken mache.

Mit einem ein Monate alten Baby ist Zeit für sich selbst ja purer Luxus, das kleine hilflose Bündel ist ja auf Rund-um-die-Uhr-Betreuung angewiesen. Und wenn es dann noch ein Geschwisterchen gibt, ist kaum oder gar keine Zeit mehr für einen selbst.

In dieser Hinsicht habe ich es wirklich gut: der beste Ehemann und Papa von allen hat in den fünf Wochen seit Konstantin's Geburt nur eine einzige in seiner "regulären" Arbeit verbracht. So hatte ich bisher meist nur ein Kind zu versorgen/ bespassen.

Richtig "Zeit für mich" ist das natürlich trotzdem nicht. Die gibt es nur dann, wenn Mia schon im Bett ist, Konstantin wie durch ein Wunder schläft, alles für die Nacht hergerichtet ist und es noch nicht so spät ist, dass ich auch schlafen gehe. Ganz schön viele Bedingungen, oder?

Eine ganz andere Sache ist für mich "Freizeit" - das ist dann, wenn auch der beste Ehemann und Papa von allen zuhause ist, alle Einkäufe erledigt sind und die Wohnung nicht im totalen Chaos versinkt. Also meist die Wochenend-Nachmittage.
Dann machen wir oft Ausflüge: in die Kittenberger Erlebnisgärten, nach Schlosshof, auf den Flughafen, die Hohe Wand, oder an den Badeteich. Wenn dann die Kinder nicht extrem quengeln, jammern, weinen oder zicken bin ich schon zufrieden und kann wieder Kraft tanken.

Wenn aber beide Kinder einen schlechten Tag haben kann es schnell mal passieren, dass ich genug habe von den Trubel und mich am liebsten auf eine einsame Insel beamen möchte ("Sometimes all I want to be is a missing person!". 
Und dann bekomme ich schnell ein ganz schlechtes Gewissen. Keines der beiden ist absichtlich schlecht drauf. Und alle beiden haben es verdient, dass sich ihre Mama gerade dann gut um sie kümmert, wenn es ihnen mal nicht so gut geht.

Wenn Konstantin ein bisschen älter ist (und unser Trainer wieder vollständig gesund), werde ich wieder einmal pro Woche ins Training gehen. Und - wie bei Mia damals - anfangs ein furchtbar schlechtes Gewissen haben (schlechtes Gewissen haben, das kann ich echt gut ...). So lange, bis sich alle an die neue Situation am Abend gewöhnt haben.
Für andere Hobbies (Fotografieren, Bogenschiessen, Bergsteigen oder was mir sonst so einfällt) wird wohl auch in den nächsten paar Jahren nicht genug Zeit bleiben.
Aber ich bin gerne Mama - und bin glücklich, dass ich so viel Zeit mit den beiden verbringen kann!

Eure Andrea

ich hab ein schlechtes Gewissen

Zwei Kindern gerecht zu werden ist alles andere als einfach. 
Gerade jetzt, wo Konstantin von heftigem Bauchweh geplagt wird, bekommt er natürlich den Löwenanteil der Aufmerksamkeit. Wird herumgetragen, gefüttert und noch mehr herumgetragen. 
Mia ist zwar recht verständnisvoll, aber auch sehr anhänglich. Zum Glück ist sie nie aggressiv gegen ihren kleinen Bruder. Statt dessen versucht sie, mir mit allen Mitteln zu gefallen: 
Sie ist fast immer meiner Meinung, auch wenn das bedeutet, anderer Meinung zu sein als der beste Ehemann und Papa von allen.
Sie ist extrem selbständig und hilfsbereit; mehr, als ein vierjähriges Kind sein müsste.
Sie klebt sehr an mir und möchte mich am liebsten nicht eine Sekunde aus den Augen lassen.
Dieses Angepasst-Sein finde ich fast noch schlimmer, weil ich weiß, wie schwer meiner kleinen Rebellin das fällt. Bei jeder möglichen Gelegenheit versuche ich sie zu ermuntern, ihre eigene Meinung zu sagen, ihre eigenen Interessen zu vertreten.

Dieses ständige aufeinander kleben zerrt allerdings auch ganz schön an meinen Nerven. Ich kann wirklich keinen Schritt machen, ohne dass ein "MAMA-A! Wo gehst du hin?" ertönt. 
Mit "Mama-a?!" fängt neuerdings jeder Satz an. Und weil die kleine Maus gerne und viel redet, kommt sie locker auf mehrere hundert "Mama-a"s jeden Tag. Das kann gegen Mittag dann schon langsam nervtötend werden. Und gegen Abend merkt man mir das auch schon an.

Ich habe eigentlich ständig das Gefühl, eines meiner Kinder zu vernachlässigen. Ständig bin ich am Sprung und erledige alles im Doppeltempo, damit ich möglichst schnell wieder bei meinen zwei Zwergen sein kann. Wo ich dann doch oft nur genervt bin. Schlechtes Gewissen pur!

Aber ab nächster Woche wird dieses Gefühl wohl noch schlimmer werden: der beste Ehemann und Papa von allen muss dann wirklich und endgültig wieder arbeiten.

Zum Glück soll es dann auch nicht mehr so heiß sein, wie gerade jetzt: achtunddreißig Grad sind schon ziemlich heftig.
Mein Plan für die nächsten beiden Wochen sieht vor, dass ich den kleinen Prinzen nach dem Frühstück (bei dem vielleicht noch der beste Ehemann und Papa von allen daheim ist) ins Tragetuch setze und mit der großen Prinzessin auf den Spielplatz gehe. 
Nach dem Mittagessen sehen wir hoffentlich Mia's beste Freundin oder wir besuchen noch einmal den Spielplatz oder wie malen, basteln, zeichnen etwas (da muss ich mir aber noch ein paar Dinge einfallen lassen - hat jemand Ideen?).
Zusammen mit dem Schlafmangel wird das bestimmt eine ordentliche Herausforderung! Ich werde euch berichten, wie's gelaufen ist.

Andrea

Samstag, 8. August 2015

Mia geht schlafen - mit viereinhalb Jahren

Tja, auch große Schwestern müssen irgendwann schlafen gehen, auch wenn dieser speziellen Schwester das nicht gefällt. 
Momentan ist das ja auch noch nicht so schlimm - der beste Ehemann und Papa von allen war ja die letzten zwei Wochen zuhause. Da gelten Ferien-Regeln, wie zum Beispiel später schlafen gehen.

Ab Montag wird dann wieder alles zu den üblichen Zeiten ablaufen.
Ich habe am Handy einen Wecker programmiert, der läutet die Schlafenszeit ein. Unter der Woche um halb acht, am Freitag und Samstag erst um viertel neun.
Wenn's klingelt wird beendet, was gerade gespielt, gebastelt oder geschaut wird. (Zumindest in der Theorie ... in der Praxis muss ich oft erst bitten oder Konsequenzen ankündigen.) Dann sagt Mia dem beste Ehemann und Papa von allen und Konstantin "gute Nacht!" und geht mit mir nach oben Zähneputzen und noch mal aufs Klo.

Seit Konstantin auf der Welt ist, schläft Mia in seinem Zimmer. Dort steht nämlich  ein Bett, das sich auch ruckzuck in ein Doppelbett verwandeln kann - also kann der beste Ehemann und Papa von allen mit Mia dort schlafen und ich schlafe mit dem kleinen Mann im großen Bett.

Ich lese ihr, je nachdem wie spät es ist und wie lange sie getrödelt hat, eine oder mehrere Geschichten vor. Am liebsten aus einem der "drei, fünf, acht Minuten-Geschichten"-Bücher. Da kann ich recht gut dosieren, wie lange unsere Märchen-Session dauert. Meistens bettelt sie noch um eine mehr und meistens gebe ich nach.
Dann sagen wir noch unser Nachtgebet und kuscheln noch ein bisschen, bis die große Prinzessin eingeschlafen ist.
Wenn später der beste Ehemann und Papa von allen auch schlafen geht wacht sie meistens nicht mal auf.

Ich richte dann nur noch Konstantin's Flascherl für die Nacht und dann mache auch ich mich bettfertig. 
Freizeit? Was soll das denn sein?

Freitag, 7. August 2015

Konstantin geht schlafen - mit einem Monat

Der Schlaf unseres Prinzen ist ein Thema für sich. Wie schon seine große Schwester vor ihm mag er einfach nicht schlafen - viel zu interessant ist die Welt außerhalb von Mami's Bauch!
Wenn sein kleiner Körper untertags dann doch einmal sein Recht verlangt, hält er sich munter (und seine Eltern auf Trab) und beginnt gar schrecklich zu weinen.
Da hilft kein Schaukeln und "Sch sch sch"en, da hilft nur noch Herumtragen, am liebsten im Tragtuch - zur Not tut's auch die Babytrage. Und so gehe ich dann also schwitzend und schnaufend eine kleine Runde, damit der kleine Mann zu seinem wohlverdienten Schlaf kommt.
Wenn er dann aber mal tief schläft, dann kann er das auch recht ausdauernd mehrere Stunden lang.

In der Nacht schaut die Sache ein bisschen anders aus: 
Meist schläft er bis etwa acht Uhr und ist dann bis ungefähr zehn, halb elf munter. Das ist auch die Zeit, zu der ich schlafen gehe. Während der beste Ehemann und Papa von allen den Kleinen bespaßt richte ich die Flascherl für die Nacht her, dusche  und putze meine Zähne. Dann schnappe ich mir mein (waches) Kind und gehe ins Bett. Beim Schein unserer Nachtlampe bekommt er noch ein Gute-Nacht-Flascherl und eine frische Windel. Danach singe ich ihm was vor und drehe währenddessen das Licht ab.
Mit einer Hand auf seinem Bauch oder am Popo wiege ich ihn noch hin und her, dann ist er meistens schon eingeschlafen. 
Bis zwei Uhr darf ich dann auch schlafen, bevor er sein erstes Flascherl braucht.  Das zweite gibt's dann meist zwischen vier und fünf. Wenn ich Pech habe muss ich ihn dann auch wickeln und er wacht davon ganz auf. Dann ist für ein bis zwei Stunden Unterhaltungsprogramm angesagt, bevor er (nach einem weiteren Flascherl) wieder einschläft. 
Zwischen halb acht und acht wird die Große dann munter und kommt zu mir ins Bett gekrabbelt. Wie ihr euch vorstellen könnt habe ich gerade erst eingeschlafen ... naja, noch ist der beste Ehemann und Papa von allen zu Hause und ich kann ein bisschen Schlaf nachholen, aber ab nächster Woche wird das wohl mühsam....
Alles in allem kann ich mich aber eigentlich gar nicht beschweren, so viel Schlaf hab ich damals mit der Baby-Mia nicht bekommen!

Andrea


Update (13. August 2015):
Ich hab's wohl verschrieen- seit Anfang der Woche plagen den kleinen Kerl heftige Bauchschmerzen, die ihn (und mich) vom Schlafen abhalten. 
Dabei wäre der Arme eh müde, aber immer, wenn er beinahe eingeschlafen ist, fängt der Bauch an zu zwicken und der kleine Prinz ist wieder munter. Und z'wider (grantig) - klar, wäre ich auch.
Und so wird der Kleine viel getragen, so wie wir's vor viereinhalb Jahren auch mit Mia gemacht haben.

Zum Glück konnte der beste Ehemann und Papa von allen noch eine ganze Woche frei nehmen, sodass ich noch eine Weile entlastet bin. Ab nächster Woche ist das aber endgültig vorbei ... mal schau'n, wie wir das dann bewältigen.

Freitag, 31. Juli 2015

Konstantin's erste drei Wochen

Die Zeit vergeht wie im Flug und schwups sind drei Wochen vergangen.
Auf der anderen Seite fühlt es sich an, als wäre der kleine Prinz schon immer bei uns gewesen und nicht erst seit drei Wochen.

Langsam pendelt sich unsere Leben und unser Alltag also ein - allerdings ein "Ferienalltag", weil der beste Ehemann und Papa von allen noch eine ganze Woche Urlaub hat. Und auch bei unserem Zwucki scheint langsam ein bisschen Regelmäßigkeit einzukehren.
In der Nacht verlangt er ziemlich pünktlich alle zwei Stunden sein Flascherl, das er sehr genüsslich leert. Nach einem Bäuerchen lässt er sich wieder brav hinlegen, verlangt aber, dass ich ihn noch ein bisschen vorsichtig schaukle. 
Erst wenn es hell wird (und im Sommer ist das ja schon sehr früh) wird das Füttern ein bisschen heikel: macht er die Augen auf ist die Nacht für mich vorbei. Wenn er nämlich nach etwa zwei Stunden genug gespielt hat und wieder einschläft, wird Mia schon munter...
Momentan hat sie ja den beste Ehemann und Papa von allen, der dann mit ihr (und manchmal auch mit Konstantin) ins Wohnzimmer geht. Wenn er aber wieder arbeiten geht wird das aber sicher mühsam für mich.

Untertags hat der kleine Prinz noch keinen richtigen Rhythmus, zu interessant ist alles um ihn herum. Hinzu kommt, dass er mittlerweile seinen Kopf für einige Zeit heben kann. Das will natürlich geübt werden. Schlafen fällt da nicht leicht und so ist er halt öfters quengelig. Und auch der Bauch drückt ihn schon immer wieder (bei der großen Prinzessin hat die Bauchweh-Zeit viel später angefangen) und auch dann muss er immer wieder weinen.
Damit er dann doch genug Schlaf bekommt nehme ich ihn dann manchmal ins Tragetuch oder einer von uns trägt ihn herum. "Schlechte Angewohnheiten" höre ich da immer wieder, aber schreien lassen ist für uns einfach keine Option.

Nur seine Flascherl-Zeiten sind recht regelmäßig. Zu Beginn war das ja anders: alle vier oder fünf Stunden hat er zwei oder drei Flascherl getrunken, dann wieder mehrere Stunden Pause gemacht, ein typischer Cluster-Feeder also. Das war - verbunden mit dem mühsamen Stillen - vor allem in der Nacht sehr nervenzehrend.

Das Thema Schnuller war bei Mia ja von Anfang an ein ziemlich großes. Also haben wir schon vor Konstantins Geburt drei Stück gekauft und nachher noch ein paar geschenkt bekommen. Aber so richtig braucht der kleine Mann sie gar nicht - was mir nur recht ist.

Trotzdem er also kein ganz einfaches Baby ist haben wir aus Mia's Babyzeit noch genug Erfahrungen und Tricks auf Lager, um mit der Großen Ausflüge zu machen. Und so hält sich ihre Eifersucht in Grenzen.

Bis bald,
Andrea

Freitag, 24. Juli 2015

ich glaub' an Wunder

Ich hab ja zwei davon Zuhause!
Grade, wenn ich meinen kleinen Prinzen im Arm halte und daran denke, dass der vor Kurzem erst in meinem Bauch gewohnt hat, bin ich immer sehr erstaunt, verwundert, demütig. 

Aus zwei ("halben") Zellen wird so ein komplexes Lebewesen. Mit zehn Fingern, die nach mir greifen, zehn Zehen und zwei großen blauen Augen. Dem süßen kleinen Goscherl, zwei hübschen kleinen Ohren und einem Stupsnaserl.
Das wächst, zu sprechen und zu gehen beginnt. Das seinen eigenen Willen entwickelt - und den auch durchsetzen will. Das irgendwann einmal "ich hab dich lieb!" sagt.
Das muss ein Wunder sein!